Edmund Adler

Edmund Josef Adler wurde am 15. Oktober 1876 in der Wiener Vorstadt St. Ulrich (7. Bezirk) geboren. Sein Vater Heinrich stammte aus Kunemil (dt. Kunemühle) in Böhmen und war als Regenschirmmacher tätig. Edmund wuchs in der Vorstadt auf, seine Familie wohnte zunächst im Haus „Zum weißen Fasan“ in der Neustiftgasse 67, ehe die Adlers mehrmals umzogen. Der Bub besuchte die Bürgerschule und dürfte danach eine erste künstlerische Ausbildung erhalten haben. In diesen frühen Jahren war Adler in Wien auch als Lithograph tätig.

1894 inskribierte Edmund Adler erstmals als Gasthörer an der Wiener Akademie der bildenden Künste, ehe er zwei Jahre später als ordentlicher Student aufgenommen wurde. Adlers Lehrer wurde der Historien- und Porträtmaler Christian Griepenkerl. Dieser war einer der bedeutendsten Vertreter der Ringstraßenzeit, seine stilistischen Auffassungen wurden aber auch von manchen als antiquiert angesehen. Im Abschlussjahr an der Akademie erhielt Adler als Auszeichnung ein Reisestipendium, das ihm 1904 einen einjährigen Aufenthalt in Rom ermöglichte.

Bereits vor seiner Abreise nach Italien hatte der Maler Rosa Pankratz in der Breitenfelder Pfarrkirche das Ja-Wort gegeben. Beide hatten sich in Hof am Leithaberge kennengelernt, wo die Familien Adler und Pankratz die Sommerfrische verbrachten. Um 1910 ließ sich Adler mit seiner Frau in Mannersdorf nieder, das junge Paar hatte offensichtlich Gefallen an der ländlichen Umgebung des Leithagebirges gefunden. Noch im Jahr 1903 kam Tochter Rosa zur Welt, 1905 folgte Sohn Gustav („Gustl“) und 1908 das jüngste Kind Gilbert. Das Familienglück währte aber nicht lange, der kleine Gustl verstarb mit 2 Jahren und auch Mutter Rosa war sehr kränklich. Als auch sie 1924 mit kaum 46 Jahren verschied, blieben Edmund Adler nur noch seine beiden Kinder Rosa und Gilbert als Stütze.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Edmund Adler zum Deutschmeisterregiment Nr. 4 einberufen worden und geriet im Dezember 1914 in russische Kriegsgefangenschaft. Er kam in mehrere Gefangenenlager, das letzte befand sich in Nikolsk Ussurijsk in Ostsibirien. Die tristen Jahre in Russland nutzte Adler für unzählige Skizzen und Studien, in denen er das Leben im Lager und ringsum festhielt. Gemeinsam mit anderen Künstlern konnte Adler eine erfolgreiche Ausstellung in Wladiwostok bestreiten, ehe er 1920 nach Österreich zurückkehren durfte.

In Mannersdorf hatte Adler nicht nur den frühen Tod seiner Gattin zu bewältigen, sondern musste auch für den Familienunterhalt sorgen. Er hielt sich mit Auftragswerken über Wasser, die er auch unter dem Pseudonym Edmund A. Rode signierte. Seine Tochter Rosa, die ihr Leben dem Vater widmete, trug mit ihrer legendären Klavierschule zum Lebensunterhalt bei.

Die wohl künstlerisch erfolgreichste Zeit Adlers umfasste die 1940er- und 1950er-Jahre. Der Maler fokussierte sich dabei stark auf Porträts und Genrebilder mit Kindern. Als seine Modelle fungierten nicht nur Gilbert und Rosa, sondern auch die Nachbarskinder aus Mannersdorf. Adlers Werke fanden ihren Weg in die ganze Welt und sind bis heute bei Sammlern sehr beliebt. Edmund Adler verstarb am 10. Mai 1965 in seinem Mannersdorfer Wohn- und Atelierhaus.



Edmund-Adler-Galerie

Geöffnet ganzjährig

Sonntag 14:00-16:00 Uhr

 

Geschlossen:

Ostersonntag

Heiliger Abend

 

Schloss Mannersdorf

Hauptstraße 48

                                                                                  2452 Mannersdorf/Lgb.

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